Workshop Review vom 14. Juni mit Steve Cotter : Kettlebell Extreme in Haltern

Review des Steve Cotter Workshops.

Wow! Bald ist es knapp einen Monat her, dass ich Steve Cotters Kettlebell Trainer Zertifizierungskurs erfolgreich überstanden habe. Was für ein Wochenende!Nicht nur war es das Revival einer Traveller Freundschaft von zwei Fitness und Kampfsportverrückten, nein es war mehr! Wir beide haben auch noch einen weiteren, grossen Schritt in Richtung unserer Trainerausbildung beschritten!

Am Freitag vor dem Workshop trafen Olli und ich uns seit knappen 1 1/2 Jahren das erste mal wieder und der Spirit war noch genauso wie in China! Irgendwie kam man eine solche, lange Auslandserfahrung mit Teilnahme an der Weltmeisterschaft in einem Kampfsport wahrscheinlich schon irgendwie mit der Armee vergleichen. Genauso haben wir alte Zeiten aufleben lassen und am Freitag schön nach der Warrior Diet im Kölner Garten Eden auf den Workshop mit grünem Tee angestossen und uns Sushi einverleibt.

Am Samstag fuhren wir, nicht wissend was uns erwartet, dann von Köln Richtung Haltern mit Ollis Wagen und kamen so unglaublich auf die Minute pünktlich… ok, es war einfach Glück und wir wären fast zu spät gewesen!

Steve begrüsste uns mit seiner bereits gewohnt freundlichen Art und alle anderen Teilnehmer füllten bereits den Raum oder blätterten in ihren Manuals. Die Stimmung war freundlich und wir waren offensichtlich die jüngsten Teilnehmer. Die Teilnehmer waren überwiegend männlich, doch drei starke Frauen haben das Wochenende auch durchgekämpft, darunter die Frau des Gastgebers Dr Hermann Korte, Sandra Korte. Wir hatten also eine Spitzensportlerin im Kraftdreikampf unter uns und dazu gesellten sich noch weitere interessante Personen aus internationaler Herkunft.

Steve begrüsste die Teilnehmer und begann den Workshop mit einer Einführung in das Aufwärmen und warum es wichtig ist, dass ein Schüler erstmal einen „Learning State“ erreicht, damit er gut lernen kann.
Steve führte uns durch mehrere dynamische Aufwärmdrills die jedes Gelenk am Körper bewegt haben und vor allem Hüftbeweglichkeit gefördert hat. Nach dem Aufwärmen begannen wir dann mit weiteren Joint Mobility Übungen um uns auf den anstrengenden Tag vorzubereiten. Ganz in Warrior Diet Tradition hatten Olliver und ich das Training auf leerem Magen begonnen. Der starke Matcha vom Morgen lag ein wenig im Magen allerdings war es genau das richtige, damit wir so richtig wach waren als der Workshop voranschritt.
Nachdem wir für jedes Gelenk und jeden nötigen Muskel eine Aufwärmübung durchgenommen und durchgeführt hatten, begann dann das Kettlebelltraining. Nachdem Steve die Runde fragte, ob es jemanden gebe, der noch keine Erfahrung mit Kettlebelltraining hat und niemand dies bejahen konnte, begannen wir mit der ersten Übung. Es ging gleich voll los, da ja alle bereits Erfahrung gesammelt hatten!

Alles begann mit dem Kettlebell Swing!

Steve führte uns durch die Übung Schritt für Schritt und liess uns alle die Übung erst einmalüben um uns dann ein zwei minütiges Swing Set aufzutragen. Nach jeweils einer Minute pro Hand erklärte Steve woher seine Trainingsphilosophie nach Zeitstammt warum sie im Kettlebelltraining die richtige Wahl ist und weshalb die Atmung eine wichtige Rolle im Kettlebelltraining spielt. Als wir die ersten Übungen beendet hatten, trug Steve uns auf, die Übung unseren Partnern beizubringen. Wir sollten die Übung Schritt für Schritt zeigen, erklären und auch korrigieren. Steve korrigierte währenddessen die Feinheiten und stattete uns mit Hilfen aus, die wir nutzen können um einem Klienten den Swing richtig beizubringen.

In gleicher Weise verfuhren wir dann als nächstes mit dem Clean. Der Clean ist eine sehr technische Übung und die richtige Ausführung ist weitaus komplizierter, als man von einem Video vermuten könnte.
Zu unserem Glück wurden wir mit 6 einfachen Eckpfeilern ausgestattet, auf die wir beim Clean achten müssen. Bei der Arbeit mit verschiedenen Kettlebells, unter anderem Pro Grade Kettlebells, wurde dann auch die unglaubliche Wichtigkeit einer guten Kettlebell klar. Eine schlecht verarbeitete Kettlebell macht eine saubere Technik des Cleans unmöglich und stört bereits den Ablauf der Übung ohne das der Athlet etwas dafür kann! Dank Dr. Kortes reichem Sortiment an verschiedenen Kettlebells und den russischen Exemplaren eines Teilnehmers konnte man sich ein gutes Bild davon machen, welche Form eine gute und welche Form eine schlechte Kettlebell hat und vor allem wie der Griff beschaffen sein muss.

Steve führte uns dann weiter durch den Press und Push Press, bei beiden haben wir wieder mehrere Minuten andauernde Sets zusammen durchgeführt, bei denen die Kettlebell nicht abgesetzt werden durfte. Olli hatte hier seinen ersten Glanz als er als einziger Teilnehmer neben Steve in der Lage war, dies mit einer 32er Kettlebell zu machen.

Geschafft von den hinter uns liegenden Trainings-, Übungs-, Erklärungs- und Korrektureinheitengab es dann auch endlich Mittagessen. Wir bekamen genügend Zeit uns nun eben auch längere Zeit mit Steve zu unterhalten und uns auf Pizza und Nudeln zu stürzen!

Wir versuchten uns gleichermassen am 48Kg Beast, dass ich zumindest Cleanen konnte. Weiter wollte es sich allerdings nicht bewegen und die ungeheure Masse dieser Kettlebell war dann doch sehr beeindruckend. Weiterhin hatte die Thomas Inch Replica Hantel unsere Aufmerksamkeit erregt. Es war uns unmöglich, diese Hantel mit einer Hand vom Boden aufzuheben! Mit zwei Händen war sie ein eher mittelschwerer Deadlift, aber der dicke Griff der Hantel war einfach zu krass!

Am Nachmittagsteil des Workshops gingen wir nochmal nacheinander die vorigen Lifts durch und haben dann mit einem weiteren der wichtigen Basislifts weitergemacht : Dem Jerk.
Der Tag war bereits fortgeschritten und wir schlossen das Training an diesem Tag mit einer Form des „9 Little Heaven’s Qi Gong“.

Der Abend klang in einem Lokal um die Ecke aus.Man unterhielt sich noch und wir traten den Heimweg nach Köln an.

Am nächsten Morgen fuhren wir diesmal mit meinem Auto und kamen wieder auf die Minute pünktlich. Oder besser, wir schafften es geradeso, nicht zu spät zu kommen!

Als wir ankamen, waren wir bereits so voll motiviert, dass wir erstmal ein paar Plank Double Presses, auch von Gym Jones Psycho Presses genannt, ohne jegliches Aufwärmtraining absolvierten. Da unser jugendliches Ego auch ein wenig Befriedigung brauchte natürlich oben ohne und für die Kamera!

Der Workshop begann diesmal draussen, mit einer Menge Aufwärmtraining, Balancetraining, Joint Mobility, Agilitätstraining und ein paar schönen Biegeübungen.
Das Kettlebelltraining begann mit dem Snatch. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Hände am Vortag jedoch bereits stark gelitten. Swing, Clean, Press, Pushpress, Long Cycle Clean and Jerk hatten alle ihre Spuren hinterlassen. Den Snatch zu lernen war eine Sache. Das nachfolgende Snatchset war jedoch eine Tortur voller Schmerzen. Und der Tag fing gerade erst an.

Zu unserem Glück gingen wir dann in die Trainingshalle und wir beschäftigten uns mit komplementären Kraftübungen. Hier ging der Spass des Tages so richtig los!

Steve begann mit der Windmill. Zum Erstaunen aller demonstrierte er diese in allen drei Formen und auch noch mit insgesamt 96 Kilogramm. Daraufhin folgte dann eine Progression die Steve auf zwei Boxen demonstrierte. Ich konnte es mir nicht nehmen lassen, diese auch vor laufender Kamera durchzuführen. Im Nachhinein war meine Form nicht optimal, aber es war trotzdem für mich das erste Mal eine Windmill auf über 120° zu bringen! Progression never stops!

Wir gingen dann auch in die Mittagspause. Wieder das einzige Mahl für uns, da wir ja eine Erholungsmahlzeit brauchten!

Es folgten nach der Pause die Übungen Getupsitup und Turkish Getup.
Olli und Ich konnten es uns wiedermals nicht nehmen lassen, ein wenig mit schweren Kettlebells zu hantieren. Als ich unsicher war, die 32 für den Getupsitup zu benutzen war die Antwort unseres Trainers nur : Don’t think. Just do it. Tjo, was soll ich sagen, also habbichs einfach gemacht. Wiederholen konnte ich das Zuhause bisher leider nicht!

Danach ging der harte Teil des Tages los : Arbeit mit 2 Kettlebells.
Unsere Hände wurden weiter geschunden durch Double Swings, Double Cleans und Double Jerks.
Zum Glück keine Double Snatches, das hätten meine Hände mir nie verziehen!

Nachdem wir mit allem durch waren, liess Steve uns durch einen letzten, 15minütigen Workout kämpfen in dem wir in keiner Minute die Kettlebell aus der Hand liessen. Der praktische Teil des Workshops wurde dann durch die Einführung und Erklärung des Qigong Systems von Steve beendet und wir haben die Routine einmal durchgeführt, damit jeder diese auch lernen konnte.

Steve hat danach einen Theorieteil angefügt. In diesem wurde Trainingsplanung, Marketing, Assessment von Klienten und Trainingsphilosophie besprochen. Steve hat jede Frage beantwortet und sich dafür soviel Zeit wie möglich genommen. Dann war es auch bereits Zeit für die Zertifikate und Fotos.

Wir hatten zwei harte Tage durchgestanden, aber es hat sich gelohnt. Mit Steve zu trainieren und ihn als Lehrer zu haben ist immer eine grossartige Erfahrung. Auch der Vergleich mit den anderen Teilnehmern hat mir viel Mut gegeben, denn er hat gezeigt dass ich durch meine Trainingsweise bereits viel erreicht habe an Progression und mein Verständnis der Trainingsphilosophie und meine Disziplin auf dem Level sind, an dem ich sie auch vermute!

Es folgten nach dem Workshop die Abenteuer von Olli und Frank auf der Autobahn. Wie sie stehen blieben und halb verhungernd auf der Autobahn auf den Abschleppdienst warteten. Aber das… das ist eine andere Geschichte. Und die, die erzähle ich beim nächsten Mal!

One Response to “Workshop Review vom 14. Juni mit Steve Cotter : Kettlebell Extreme in Haltern”

  1. Das nenne ich mal eine ausführliche Workshop-Beschreibung. Da könnten sich viele eine Scheibe von abschneiden.

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.