Privattraining mit Steve Cotter – Meeting a legend

Review vom Training mit Steve Cotter

Am Montag hatte ich die Gelegenheit, von Steve Cotter persönlich eine Einführung in den Girevoy Sport zu kriegen.
Steve hat ja bekanntlich lange Zeit einen anderen Stil propagiert, anscheinend damit unglaubliche Resultate
erreicht, und somit wundern sich viele, woher der Umschwung zu einem anderen System kommt.

Dazu gleich mehr. Ich habe mich mit Steve in seinem Hotel getroffen, und wir haben erst einmal einige Zeit über die
Basisbestände, wo ich hin will und woher kettlebells erstmal kommen etc gequatscht.

Die erste Ernüchterung folgt sogleich :
Dragondoor und viele der anderen westlichen Vertriebsfirmen verkaufen Kettlebells, die in absolut keinster Weise den
Regulierungen entsprechen, die vor Jahren von allen GS betreibenden Staaten zusammen getroffen wurden.
Was sind die Unterschiede?

Zum einen ganz wichtig, Kettlebells unterscheiden sich von Regulation her NIEMALS in der Grösse.
Eine 16kg Kugel darf nicht kleiner oder grösser sein als eine 48Kg Kugel, die Grösse ist festgelegt und muss über
die Dichte des Metalls erreicht werden, damit Technik nicht jedesmal umgelernt werden muss.
Weiterhin beeinflusst es eben auch die Technik insbesondere bei hohen Wiederholungszahlen, da Fehler in der

Ausführung durch die Grösse oder Beschaffenheit der Kettlebell nicht vorkommen dürfen.
Meine Kettlebells sind also nicht besonders toll, eigentlich sogar scheisse, war also die Analyse der ersten 10
Minuten, aber Steve hörte nicht auf, denn wir begannen damit, erstmal Ziele zu besprechen, und Werkzeuge zur
Erreichung derjenigen. Die meisten von uns trainieren nach Pavel’s System, und interessanterweise ist Steve’s
Meinung dazu : Das System funktioniert, weil die Wissenschaft dahinter funktioniert. Allerdings ist das Hardstyle
System einfach so designed, dass es ein Messer anstatt eines Schraubenziehers zum drehen einer Schraube benutzt wird, es ist also einfach eine zwar effektive (Ein Ziel wird erreicht) aber NICHT effiziente Methode fürs Training (Zuviel Zeit wird mit falschem Werkzeug verwendet, Differenzierung für beide Ziele erreicht beide Ziele, Kraft und Kraftausdauer schneller.). Kurz und Langhanteln sind aufgrund ihrer Beschaffenheit, der Möglichkeit der graduellen Steigerung des Gewichts und somit echtem Progressive Overload einfach besser für Maximalkrafttraining geeignet.

Was also mit Kettlebells? Und wieso ist Steve gegen ein System, dass er längere Zeit selbst betrieben hat?

Interessante Frage. Steve erklärte es mir so: Als Pavel mit KBs in die USA kam, kannte sie niemand, und sie
funktionierten. Es war aber nicht so, dass Steve nun zu dieser Zeit in irgendeiner Form untrainiert war.
Seine unglaublichen BEREITS VORHANDENEN Fähigkeiten waren es, die ihn in kürzester Zeit zu einem der Top Leute, wenn nicht der Nummer 1 in den USA haben werden lassen. Woher der Wandel also? Ein Trip nach Moskau hat dem Guten seine Illusionen genommen. Auf der GS Weltmeisterschaft in Moskau waren Leute, die in der gleichen Gewichtsklasse mit weniger Erfahrung als Steve 5 mal so hohe Wiederholungszahlen bringen konnte. Und obwohl sie es nie trainiert hatten, waren zu all den Dingen imstande, die Steve in den USA berühmt gemacht hatten, die sogenannten „Feats of Strength“. Nach langer Zeit des Russisch nicht Verstehens und mit Englisch gegen die Wand Laufens fand er Valery Fedorenko und langsam pendelt es sich ein. Steve selbst ist noch am lernen, er nimmt
immer noch Unterricht, um seine eigenen Fehler auszubessern. Denn in Moskau gab es auf einmal Leute, die besser
waren als er, obwohl er an der Spitze stand und dachte, kaum Progression wäre mehr möglich.

Lange Rede kurzer Sinn, worum geht es im GS und wie sollte ein Kampfsportler es nutzen?
Conditioning und Kraftausdauer sind das Hauptziel im Girevoysport während das aber bedeutet, das eine relativ hohe
Kraftbasis trotz allem Aufgrund der nötigen Spannungs trainiert wird. Der Unterschied ist das relaxen.
Man relaxt unter Beladung, man arbeitet eher unter Zeit als für Wiederholungen, was eine ausgeglichene Belastung
erfordert und besonders, sich selbst zu pacen und seine Geschwindigkeit und Erholung zu koordinieren.
Dies ist was mir persönlich besonders zugesagt hat, da ich es kenne, im Ring in 3 Minuten Runden auch sich mal
während der Runde ausruhen zu müssen. Die GS ANforderungen sind also denen von Kampfsportlern ähnlich.
In einer Runde hebt man den Gegner nunmal nicht NUR 5 mal hoch, sondern braucht Staying Power.

Kann man denn nun nicht einfache beides machen? Kann man, ist einfach nur eine Zeit und Werkzeugfrage.
Steve persönlich ist überzeugt, dass Kurz und Langhanteln für das Maximalkrafttraining einfach viel besser geeignet
sind als Kettlebells. Gleichermassen ist er überzeugt, dass Kettlebells für die Kraftausdauer und das Conditioning
das weitaus bessere Tool sind als einfaches KHs oder Langhanteln.
Das richtige Werkzeug für den richtigen Job. Und besonders, als Sportler, wenn Kettlebells Komplementärtraining
sind, ist die Frage, wieviel Zeit man für dieses Training hat. Trainiert man 3-4 Stunden am Tag, und hat 3 1/2
Stunden in seiner Sportart und eine halbe Stunde für Komplementärtraining, was trainiert man dann?
Reine Kraft oder die Ausdauer, die man in seinem Sport braucht? Abgesehen von Dingen wie Powerlifting natürlich.

Nun gut, wir sind dann vom 1 Arm Swing, zum 1 Arm clean, über clean and Jerk zum Snatch gekommen.
Zwischendurch hat mich Steve korrigiert, dann habe ich Timed Sets gemacht (In denen ich interessanterweise wirklich
mehr Reps als sonst rausgehauen habe, soviel zum psychologischen Effekt), und mir wurden die Feinheiten, wie Atmung,
Blickfolge, Quadbeladung, Force Production vs Force Reduction etc angetragen.

Nach insgesamt 4 Stunden Training haben wir dann noch folgendes foto gemacht, und ich habe mich von Steve dann
verabschiedet, mit einem Kopf VOLL von Infos, die alle Sinn machen, solange man sie im richtigen Zusammenhang kennt.
Was man im Internet zu lesen bekommt, ist leider oft sehr unvollständig, und kann leider kaum einen so
hervorragenden Trainer wie Steve ersetzen. Und das ist er wirklich, anstatt 90 Minuten hat er sich ganze 4 Stunden
für mich Zeit genommen, wir haben uns unterhalten, ich hatte die Chance, den Mann der zu einer halben Legende
geworden ist, ein wenig näher kennenzulernen, seine Beweggründe, seinen Humor, und besonders seine persönlichen
Werte.
Sind alle die Dinge, die wir bisher gelernt haben, denn nun falsch? Ist es völlig unverzeihlich Krafttraining und SPannungsübungen mit Kettlebells zu machen? In keinster Weise, allerdings ist etwas problematisch, da die Progression aufgrund der hohen Sprünge von 8 KIlo einfach sehr massiv ist. Ansonsten kann man kleinere Sprünge machen, die dann wiederum richtig teuer werden, bei einer Hantel kauft man einfach Gewicht dazu.

Für alle die etwas mehr wissen wollen, hier als Abschluss sind die technischen Aufzeichnungen zu den Übungen, die
ich gerne persönlich noch erläutere. Besonders der Clean macht mir immer noch starke Probleme, unter anderem
aufgrund der Beschaffenheit meiner Kettlebells (Zu dicker Griff, wird grössermit Gewichtszunahme, und Griff wird
NOCH dicker, was das greifen noch erschwert, und damit Griffkraft eher behindert als Trainiert)

PS : Anlagen: Foto und, in Englisch, Aufzeichnungen während des Trainings, wichtigste Punkte in progressiver Reihenfolge, copyright bei mir und Steve Cotter.

Steve Cotter und ich in Frankfurt

Swing

45° towards opposing leg

Grab front corner

Thumbs inside/thumb lock

Exhale on the downswing

Inhale on upwards motion

Turn the shoulder forward

Use arm as counterweight

Clean

Elbow to the Hip

Knees straight

Kettlebells sit diagonal on the palm/diagonal on the hip of the grip

Kettlebell is over the center of mass and parallel to the body

Jerk

Same starting points – clean

Inhale on upward motion

Dip under

Extend the legs after push

Open the wrist /Palm upwards

Breathe in before the drop

Exhale on the drop

Snatch

Downward – See Swing

Follow kettlebell with your eyes

Top part – jerk – Lockout

Goals : First move up time, then RPM – ten minutes minimum 5/5 switch weights only after jerk 10-12 RPM!

Mindset : pacing RPM Minute for Minutes – Smaller units

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