Archive for Januar, 2007

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Sonntag, Januar 21st, 2007

dsc06120similan1.jpgko_samet_sunrise_big.jpgTibeter in Gyangtse Ich am Everestao-thian.jpg

Reisebericht Januar 2007

Sonntag, Januar 21st, 2007

Reisebericht Januar 2007

Hi Leute,

Nachdem ich erstmal die Schule mit Marco verlassen, und wir die Freiheit endlich wieder genossen haben,
ist unsere groessere Reise quer durch China bisher mit Hoehen und Tiefen verlaufen.

Im wahrsten Sinne des Wortes auf jeden Fall, siehe den spaeteren Teil über Tibet.

Wir sind von der Schule aus erstmal ins Hotel, und haben unsere zwei verlorenen Schafe, Conny und Armin besucht,
die in einer krassen Absteige in Zhengzhou sich mit einer Playstation 2 einquartiert hatten und erst einmal durchgezockt haben. So ungefähr wie ich es noch vor wenigen Jahren gerissen habe, nur ca 10000 Kilometer von zuhause, ohne jeglichen Wunsch nach Abenteuer in der Ferne. Wow, jedem das seine, aber wir haben die beiden für total kaputt erklärt, in China erstmal drei Wochen bis zum Abflug playstation zu spielen. Armin war allerdings nur 3 Tage dort und inzwischen ist sein Hunger nach Abenteuer grösser denn je, hail the king! Armin!

VOn da aus ging es am nächsten Tag und ein wenig chinesischer Bahnhofsstinkatmosphäre weiter Richtung Shanghai,
dem Juwel des Ostens oder der HUre des Orients, wie man immer die Stadt auch nennen will.

Vom Bahnhof aus sind wir nach einer hardsleeper Zugnacht gleich in unsere Hostel, und Lonelyplanet sei Dank haben wir auch eine ziemlich geniale gefunden, wo man sich nach ca 9 Monaten hartem Brett und kalter Dusche mal richtig wohlgefühlt hat. Und gleich haben wir angefangen, erstmal ordentlich Kohle rauszublasen.
Shanghai ändert sich schnell, dass stellten wir dann fest, als wir an dem Ort ankamen, wo unsere Akrobatik Vorführung sein sollte. Dort stand jetzt im gleichen Haus erstmal ein Kino. Auch schoen. Also Attacke zurück,
und erstmal Mails geschrieben.

Am nächsten Tag haben wir Powertourist gespielt, Pudong in einem Tag.
Zuerst auf den Pearl Tower, von dort auf das Jinmao Building, mit dem Blick ins Shanghai Grand Hyatt, dem wohl protzigsten Hotel, dem ich bisher begegnet bin. Es hatte definitiv style, von der Aussichtsplattform schaut man mal kurz 36 Stockwerke nach unten durch eine Glaskoppel in die mit Mahagoni Tischen und urst teuren Sesseln ausgestatteten Lobby. Dort, wo der Portier noch Armani trägt, und die Welt der Millionäre sich die Hand gibt.

Von dort aus sind wir natürlich Vollgas weitergefahren durch die Shanghaier Metro, die ganz ehrlich meiner Meinung nach so ziemlich die sauberste U-Bahn der Welt ist. Ab zum Transrapid hiess es, und so gings dann auch gleich mit VIP Tickets im schnellsten Zug der Welt mit 430 km/h und flatternden Ohren Richtung Shanghai Flughafen.
Wenn mir jemals einer nen so schnelles Auto anbietet, tut mir nen Gefallen und haltet mich davon ab es zu kaufen, nen Porsche ist ma nix gegen Shanghais Magnetic Levitation Train.
VOn da aus zurück und nochmal den halben Tag ausgechillt, Geld verpulvert, zum Italiener am Bund essen gegangen aka noch mehr Geld rausgehauen. Insgesamt haben 5 Tage Shanghai knapp 500¤ gekostet, ich kann nur AUA dazu sagen, mehr net.

Am nächsten Tag ging es raus und wir haben uns den Yue Garten samt Teehaus angeschaut, im Winter ists dort relativ angenehm, denn IM Garten ist irgendwie niemand, vielleicht ein Drittel der Touristenmenge vom letzten Mal.

VOn da aus noch schnell ins Teehaus geschaut und Fionn angerufen. Der war natürlich gleich Granate dabei und Abends sind wir Attacke ins Sushi Restaurant und haben mal wieder knapp 120Yuan rausgefeiert, es ist ja Weihnachten.
Danach hat Fionn uns zu ein paar französischen Kollegen eingeladen, die irgendwie ihre eigene kleine Weihnachtsfeier hatten, und wir sind da irgendwie reingecrasht. Nachdem das nicht so der Hammer war, sind wir noch mal los, erst in ein kleines Lokal auf der Partymeile, wo bewundernswert hübsche Chinesinnen sich anreihten, einen nacheinander in die sie bezahlende Bar zuschleppen, um dann Budweiser für 45 Kuai zu trinken, auaaaaaa.

Nach einem Bier (In Zhengzhou hätten 45 Kuai nen komplettes Fussball Team betrunken gekriegt, argh)
Wir haben den Abend in der Captains Bar in der Captain’s Hostel, unserer Hostel verbracht, mit einem absolut genialen Blick auf die Skyline in Pudong, mitten auf dem Bund sitzend, knapp 3 Minuten vom Peace Hotel.

Der nächste Tag hiess nur wieder Shoppen, da Shanghai allerdings eher etwas pricy ist, haben wir eher geschaut als geshoppt. Allerdings sind uns die Augen schon übergegangen als wir dann bei Sony und Sharp die neusten 65 Zoll Flatscreen LCDs mit TrueHD gesehen haben, deren Qualität mal wirklich so gut ist, dass ich der Kinowelt einen frühen Rückgang ihres Einkommens garantiere, sobald diese Babies mal für normale Menschen erschwinglich werden.
Shanghaier Mode ist eine Mischung aus West und Ost, im Gegensatz zum Rest von China allerdings ZIEMLICH stylish und dementsprechend bin ich ohne etwas zu kaufen verschwunden, Ich meine, will nicht jeder mal 1700¤ für ne Anzug Rolli Kombi ausgeben? Nicht? Ich dachte.

Aus Shanghai sind wir dann also im Softsleeper Zug wieder nach Beijing, und als wir ankamen hatten wir wieder das Gefühl in China zu sein. Plattenbauten, alles etwas flacher, und wenn etwas gross ist, ist es von der Regierung.
Wir haben das übliche Peking Programm gemacht : Verbotene Stadt, Ming Gräber, grosse Mauer.
Das kurioseste was Ich dort gefunden habe muss allerdings erzaehlt werden.
Auf der Suche nach geländegängigen Schuhen sind wir in einen Army Shop, der von zwei wirklich süssen jungen Chinesinnen geführt wurde. Während wir also am flirten und Schuhe anprobieren sind, fliegt mein Blick erstmal Richtung Auslage und ich finde ein fettes Replikat eines Hakenkreuzordens. Ich schau mich um, und finde noch mehr spassige Dinge. Sie verkaufen alles, von SS Helm, kompletter Fliegerkappe mit Reichsadler und Hakenkreuz und natürlich wenn man will, Uniform und Anstecker.

In China haben die das alles noch nicht so kapiert, dass das nicht so der Plan ist.
Warum auch? Ich meine wollten wir nicht schon immer mal zwei süsse kleine Chinesinnen im BDM Fliegerdress sehen?
Marco konnte es sich nicht entgehen lassen sich erstmal damit fotografieren zu lassen, mal sehen was das wird.

Das interessante ist jedoch, dass das Hakenkreuz in Asien eine Bedeutung hat, die von der germanischen völlig abweicht, und ehrlich gesagt sogar ein Symbol des Mitgefühls im Buddhismus ist. Die deutsche Hakenkreuz Phobie nach dem zweiten Weltkrieg ist zwar verständlich, aber interessanterweise haben wir also nicht nur Hitler, sondern auch Mitgefühl und Reinheit im buddhistischen Sinne verboten. Muss man mal drüber nachdenken.
Wenn man mit sovielen anderen Nationalitäten über Monate zusammen hängt, merkt man dass Deutschland wirklich ein Identitätsproblem hat, weil so ziemlich jedes andere Land weitaus lockerer damit umgeht.

Also, aus Beijing raus, Richtung Tibet!

Der Zug hat uns ca drei Tage abverlangt, 48 Stunden Fahrt mit Ankunft am dritten Tag Abends. ( Für die Schlaumeier, ja wir sind Abends losgefahren, so kommt das auch hin.)

Die Aussicht am zweiten Tag war bombastisch, ich habe mit unseren neugefundenen Kollegen aus dem Zug, mit denen wir eine nächtliche illegale Partie Poker hinter uns hatten, die meiste Zeit mit fotos nach draussen und essen verbracht. Marco hatte bereits erste Anzeiche von Hoehenkrankheit, Ich fuehlte mich besonders wohl. Mein Gedanke, HAHA, Ich kriegs nicht, war leider weit gefehlt.

Marco hat sich schnell wieder erholt als wir in Lhasa waren, unser tourguide Pasang hat uns erstmal zum Potala Palast und zum Jokhang Tempel gebracht. Beeindruckende Gebäude sind sie definitiv, nur weiss ich jetzt, der tibetanische Buddhismus ist mir VIEL zu kompliziert, ich bevorzuge den Japanischen Zen Buddhismus, die reine Form ist mir definitiv lieber, nichtmal unser Guide kannte alle Buddhhas die in Tibet verehrt werden.

Viel kann man hierzu nicht schreiben, im Endeffekt muss man es gesehen haben, fotos sind an vielen Stellen nicht erlaubt oder es wird einfach mal ca 10¤ für ein Foto verlant. Kommt vor.

Wir sind aus Lhasa raus, nachdem wir weitere Kloster, Tempel und den barkhor besichtigt hatten und fühlten uns Pudelwohl. Auf ging es nun Richtung Shigatse, wo ich doch einfach mal auf dem Weg ein wenig Buttertee probiert habe.
Für zukünftige Tibetreisende : Nehmt euch Durchfallmittel oder Antibiotika gleich mit, das zeug ist toedlich.

Den Abend verbrachte ich dahin vegetierend mit einer Magendarmattacke und war froehlich mich in der Nacht vollstaendig zu erleichtern. Aber damit war es dann dahin, die kleine Magendarminfektion war nun genug.

Auch ich hatte mir die Hoehenkrankheit zugezogen, meine Kopfschmerzen erreichten Rekordniveau, und das bei Puls 160 wenn du einfach nur daliegst, ca 190 wenn man sich dann bewegt. Der nächste Tag war Fahrt nach Tingri und ein wenig besichtigen, Frank war noch total kaputt vom Vortag und Marco hatte wieder ein wenig Kopfschmerzen.
Also die Nacht in Tingri verbracht. Hölle. Auf 4400 schlug die Hoehe total ein, wir hatten zwei Leute, die dachten, dass ihnen der Schädel platzt wenn sie sich nur bewegen, schwindlig etc.

Und am nächsten tag kam dann die Hauptattraktion mit Kopfschmerzen als jemand nen vollautomatischen Presslufthammer in meinem Schädel installiert hätte. Und ohne Scheiss, dass auch noch wenn man schläft, man TRÄUMT von den verdammten Kopfschmerzen. Also geht es weiter hoch, argh, Richtung Basecamp.
Zitat Marco :“ Es ist hart. Einfach nur… hart.“ und auf dem Pass bei 5300 Metern war es dann „Gleich platzt mir der Schädel und viel kleines Zeugs und Luft kommt raus.“Tibeter in Gyangtse Ich am Everest

AM Basecamp angekommen schreit es nur so nach ca 10 Minuten vollster Energie mit Fotos, Video und einem kleinen Berg im Camp. Wir haben den Everest gesehen, juhu! Und nach den 10 Minuten ging man wieder in vollste depressive Kopfschmerzstimmung, da die Hoehe ja mal wieder zugenommen hat, und der Hammer immer noch mit 170-200 in der Minute zuschlug. Alles klar, wir beschlossen in Tingri einfach mal konkret die nächsten Tage nach Lhasa durchzuheizen, und einfach mal ein Kloster Kloster sein zu lassen. Ich hab mir vom Russen Dimitri noch schnell ein wenig Diamox Medizin eingepfiffen und meine Hoehenkrankheit liess dann nach. Die schrecklichste, fieseste Kondition die ich bisher kennengelernt habe, ehrlich. 40° Fieber und nen wenig Kopfschmerzen und Durchfall? Lieber das, als Hoehenkrankheit.

VOn Gyangtse sind wir dann Richtung Lhasa über die andere Richtung gefahren und wurden mit den Klasse Aufnahmen bielohnt, die wir uns gewünscht haben, als wir herkamen, und die Hoehenkrankheit ist auch weggewesen.

Nach 100 Fotos später kamen wir in Lhasa and und haben uns einfach mal ins Hotel einquartiert, denn auf den Fotos später seht ihr ja, wie die sanitären Einrichtungen in den Guesthouses so waren. Und natürlich gabs meist keine Heizlüfter, und unser Guide meinte, wir sind einfach durchgeknallt. Habt ihr schon mal 4 Tshirts angehabt, nen Longsleeve und nen Pulli, drei Decken, ne Heizdecke und euch immer noch den Hintern weggefroren? Baby! Das gibts nur in Tibet, Ich habs jetzt auch gesehen, das muss nimmer sein,

Also sind wir gleich von Tibet, Lhasa aus ab nach Chengdu, in den Yug und wiedermal eine Nacht im chinesischen Yug durchgefahren. Netterweise gab es auch ein englisches Essensmenü im Zug nach Kunming, eine Seltenheit in China, wenn ich sie persoenlich dann auch nicht unbedingt mehr brauche (Einfach erzaehlen was man will klappt am Besten, kommt immer was abenteuerliches bei raus.

In Kunming haben wir zwei nette Tage verbracht, sehr gut gegessen, Südchina bewundert und auf dem thailaendischen Konsulat gleich mal Visas organisiert. Da wir das Land mal verlassen müssen, um wieder einzureisen und weitere 60 Tage zu ergattern, wird es wohl mal bald nach Kambodscha nach Angkor Wat gehen.

Von Kunming aus ging es in den Flieger runter nach Bangkok, wir haben China nun nach langer Zeit Byebye gesagt und sind dann nach ca 3 Stunden Flug in Thailand angekommen, am neuen Suvarbarmanhi oder so aehnlich Flughafen angekommen, dem grössten Airport von ganz Asien, der gerade fertig gestellt wurde.

Vom Airport erst einmal Richtung Hotel mit dem Taxi, und unsere erste Erfahrung hier war ein wenig nervig. Das Hotel hatte unsere Mail nicht gekriegt, und war ausgebucht, somit versuchte unser Taxifahrer uns in seinem Kommissionsgaestehaus unterzubringen, was wir vehement ablehnte und ins Asia Hotel fuhren, nachdem der Junge uns eine Tour durch Bangkok gefahren hatten, und nebenbei noch ungefahr einen Euro fuer die Highwaygebuehren geklaut hatte, da Ich ihm zuviel Geld (100 statt 50 Baht, 47 baht sind ein Euro) gegeben hatte.
Nach einer 421 Baht Taxifahrt scheuchte der Taxiconcierge des Hotels den Fahrer mit seinem Geld weg, welcher drohte die Polizei zu rufen, nachdem sich Marco seine Taxinummer aufgeschrieben hatte und meinte, er wolle sich beschweren, dass er uns Touren fährt.

Das Hotel war in Ordnung, von dort aus sind wir aber am nächsten Tag gleich nach Pattaya gefahren, dem Mallorca von Thailand, und Ich muss sagen, dass Ich es absolut nicht mochte. Gut, dass wir in Pukhet auf der anderen Seite der Insel sind, da kaum Touristen sind.
In Pattaya haben wir eine Nacht verbracht, und sind mit sofortiger Wirkung wieder verschwunden, auf per Kleinbus Richtung Banphe und von dort per Fähre auf die nächstgelegene Insel Ko Samet.
Diese Insel lässt the Beach wieder aufleben, solange man auf Lonely Planet hört, und sich weit im Süden unterbringen lässt, wo es ruhig ist, die Resorts uns 8¤ am Tag für ein Bungalow abnehmen, und noch Kerzen auf den Tischen stehen, wenn man Abends zu Musik und Feuershow mit den maximal 50 anderen Gästen in der Beach sitzt, so ca 10 Minuten mit dem Scooter vom Riesentrubel entfernt.

Hier bleiben wir erstmal ein paar Tage, dann geht es wieder nach bangkok, wo wir nach unserem Urlaub vom Reisen (Tibet war mit Hoehenkrankheit und Mount Everest schon ein wenig Tortur) uns erstmal ein paar Maßanzuege schneidern lassen werden, um dann Richtung Südthailand zu ziehen, auf den Spuren des Muay Thai.ao-thian.jpgdsc06120similan1.jpgdsc06120similan1.jpg

Wer einfach mal schoen neidisch werden will, gibt einfach mal bei der Googlesuche Ko Samet, Ao Thian oder Candlelight Beach ein, und kann genau schauen, wo wir gerade sitzen, Marco sich im Schatten massieren lässt für 5¤, und Ich gleich meinen 4ten oder 5ten Banana Shake geniessen werde.

Grüsse nach Deutschland, und darauf, dass Ich mich aufraffen kann, diesen ganzen Bericht auch nochmal auf Englisch zu schreiben, sollten nicht allzuviele hoffen. Vielleicht kriegen die anderen mehr Fotos 😉

-Frank